Über mich

Ich möchte etwas mit Tieren zu tun haben, schrieb ich in einem Aufsatz in der Primarschule. Ich wurde dann aber Physiotherapeutin. Nicht einmal im Traum hätte ich damals gedacht, dass mein geheimer Wunsch in Erfüllung gehen wird. Als Kind hatte ich einen ganzen Zoo zu Hause, aber der grösste Wunsch, mit einem Hund durch die Welt zu gehen, erfüllte sich erst vor 5 Jahren. Unsere Aussiehündin Arriva bereicherte unsere Familie. Doch ein Leben mit einem Hund hatte ich mir anders vorgestellt. Schnell merkte ich, dass unsere Hündin nicht nach den üblichen Methoden zu führen war. Es kamen etliche Probleme zum Vorschein, wie Territorialverhalten, Menschen massregeln, alles unter Kontrolle haben zu wollen, starker Jagdtrieb und so weiter. Keine Spur von Harmonie und Zusammenarbeit. Die bekannten Ansätze brachten uns nicht mehr weiter. 

Dies motivierte mich, meine eigenen Wege zu gehen und mich selber zu informieren und weiterzubilden. Ich verschlang Bücher, besuchte Seminare und verschiedenste Workshops. Seitdem klar ist, dass sie eine Zentralhündin ist, wertschätze ich ihre unglaublichen Fähigkeiten. Sie nimmt Stimmungen in der Familie und im Hunderudel war, kann Hunde in die Ruhe führen, Grenzen im Hunderudel setzen, sich Respekt und Vertrauen über ihre souveräne Ausstrahlung verschaffen. Indem wir Arriva in ihrem Wesenskern erkennen und sehen, konnte sie zu sich finden und eine tiefe Verbindung von Herzen zwischen mir und ihr begann zu wachsen. Danke Arriva, dass ich täglich von dir lernen darf und du mir die Augen für die Welt der Hunde geöffnet hast.


Der Zufall wollte es, dass bei uns Luani, ein Tierschutzhund aus Rumänien, einzog und seither Arriva und Luani ein kleines Hunderudel sind. Auch er ein Hund mit Führungskompetenzen, ein vorderer Leithund. Bei ihm zeigte sich schnell, dass Kommandos ausführen, hinter denen er keinen Sinn sieht, nicht sein Ding ist, er verweigerte sich. Er möchte Dinge in aller Ruhe betrachten und selber beurteilen. Wenn immer möglich, gebe ich ihm diese Zeit. Auch er möchte gesehen werden, was seinen Wesenskern anbelangt und er dankt es mir mit seinem freundlichen, offenen und ausgeglichenen Wesen.

Vor einem Jahr boten wir Luanis Bruder Pito eine Pflegestelle an und es war eine unglaublich bereichernde Erfahrung, einen Hund nach 5 Jahren im Zwinger Schritt für Schritt an unser Leben zu gewöhnen. Meine beiden Hunde waren die besten Lehrmeister für ihn. Als er sich sicherer fühlte, konnte er sich zeigen und ich sah in ihm einen vorderen Wächter, sehr offen, kontaktfreudig, anhänglich zu seinem Menschen, für jeden Spass zu haben. Und er war ein toller Bodyguard für seine Leithunde. Danke auch dir Pito, was ich alles von dir lernen durfte.


Für mich gibt es nichts Schöneres, als in die Welt der Hunde einzutauchen, sie zu beobachten und von ihnen zu lernen. Es ist wunderbar zu sehen, wie sich jeder Hund mit seinen natürlichen Kompetenzen in das Rudel einbringt und wie respektvoll sie miteinander umgehen. Jeder ist gleich viel wert, sei es Mitarbeiter oder Leithund. Da ist keine Bewertung und kein Vergleich. Wie schön wäre es, wenn es dieses Gemeinschaftsgefühl auch in der Menschenwelt gäbe, wo jeder so sein darf, wie er wirklich ist.

Mich erfüllt es zutiefst, wenn ich sehe, wie sich Menschen für diese neue Sichtweise auf unsere Hunde öffnen, den Mut haben, Altbekanntes zu verlassen und ich die Menschen und die Hunde ein Stück weit auf diese Reise mitnehmen darf.